Floating-PV Grafenwörth
| Fakten im Überblick | |
|---|---|
| Gesamtleistung (in Megawatt peak) | 24,5 MWp |
| Genutzte Wasserfläche für Montage der PV-Anlage (in Hektar) | 14 ha |
| Abdeckungsgrad der Seen (in Prozent) | 42 % |
| Gesamtanzahl der PV-Module | 45.304 Stück |
| Erwarteter Jahresertrag (in Megawattstunden) | 26.700 MWh |
| Anzahl der versorgten Haushalte | rund 7.500 |
ECOwind und EVN realisierten nördlich der Ortschaft Grafenwörth (Niederösterreich) eine Floating-PV, also eine Photovoltaikanlage (PV), die auf dem Wasser schwimmt – die größte ihrer Art in Zentraleuropa. Sie besteht aus zwei Teilflächen (Teich Nord, Teich Süd) und wurde auf einer Wasserfläche von circa 14 ha montiert. Die Leistung der beiden Anlagen wird ca. 24,5 MWp betragen und kann künftig rund 7.500 Haushalte mit Ökostrom versorgen.
Bauvideo
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ZIB Magazin Klima auf ORF III am 5.11. 2022
Die größten Nutzen von Floating-PV auf einen Blick
- Nutzung von brachliegenden Wasserflächen anstelle von Agrarflächen für die Erzeugung von Nahrungsmitteln
- Reduktion von Kosten durch die flächensparende und rasche Montage der PV-Anlage
- Höhere Effizienz der Solarmodule aufgrund des Kühlungseffektes des Wassers
- Weniger Verdunstung durch moderate Verschattung der Wasserflächen
- Sehr lange Lebensdauer (mindestens 30 Jahre) durch die Qualität und Stabilität der Komponenten
Mit der Solaranwendung Floating-PV können brachliegende Wasserflächen einer neuen, sinnvollen Nutzung zugeführt werden. Vor dem Hintergrund nur begrenzt vorhandener Flächen, sind solche Anlagen eine sehr wertvolle Ergänzung zur klassischen Solarinstallation auf dem Dach oder der Freifläche.
Johann Janker, Geschäftsführer ECOwind
Die spezielle Herausforderung in diesem Projekt lag einerseits im Bereich des Bewilligungsverfahrens für eine neue PV-Technologie in Österreich und anderseits in den örtlichen Gegebenheiten der Baustelle mit einem Niveauunterschied von 7m zwischen Montagefläche und Wasser.
Benedikt Kammerstätter, Projektmanager ECOwind
Die Floating-PV-Anlage in Grafenwörth zeigt das Potential von PV, wenn wir bei der Standortwahl auch kreative Wege gehen. Als Pilotprojekt und erste Anlage dieser Art in Österreich war insbesondere die behördliche Bewilligung aufgrund der fehlenden Normen, eine Herausforderung, die wir nur dank der guten Zusammenarbeit mit verschiedensten Stakeholdern meistern konnten.
Helwig Überacker, EVN Naturkraft Geschäftsführer
Timeline
Februar 2023
Inbetriebnahme der Floating-PV-Anlage
Jänner 2023
Fertigstellung der Kabelableitung
Ende Dezember 2022
Montage der PV-Module am Teich Nord und Süd abgeschlossen
Dezember 2022
Fertigstellung der PV-Anlage am Teich Süd
Mitte November 2022
Montage der PV-Anlage am Teich Nord abgeschlossen
27. Oktober 2022
Oktober 2022
Baubeginn in Grafenwörth
August 2022
Einstieg von ECOwind in das Projekt Grafenwörth
Fragen & Antworten rund um Floating-PV
Was sind die Vorteile von Floating-PV gegenüber herkömmlichen Solaranlagen?
Floating-PV-Anlagen nutzen ungenutzte Wasserflächen und schonen dadurch wertvolle Landflächen. Die Kühlung durch das Wasser steigert zudem die Effizienz und verlängert die Lebensdauer der Module. Gleichzeitig reduzieren sie die Verdunstung und können die Wasserqualität verbessern, indem sie das Algenwachstum verringern.
Welche Flächen eignen sich für Floating-PV?
Insbesondere in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Burgenland gibt es einige, ehemalige Schotterteiche, die heute ungenutzt vorliegen. Diese haben oft keine andere wirtschaftliche Nutzung und sind daher ideal für Floating-PV.
Wie werden die Solarmodule auf dem Wasser befestigt?
Die Solarmodule sind auf speziellen schwimmenden Plattformen montiert, die aus robustem, witterungsbeständigem Material bestehen. Diese Plattformen sind flexibel und können sich den Wasserbewegungen anpassen. Sie werden durch Verankerungen am Land bzw. im Uferbereich oder unter Wasser befestigt.
Wie funktionierrt die Netzeinspeisung?
Die Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom erfolgt durch Wechselrichter auf der Anlage. Auch die Transformatoren befinden sich auf der schwimmenden Anlage. Lediglich mit einem Kabel am Wasser führt man die erzeugte Energie ins Umspannwerk.
Welche Umweltauflagen gelten?
Floating-PV-Anlagen in Österreich unterliegen Umweltauflagen nach dem Wasserrechtsgesetz, dem Naturschutzrecht und den jeweiligen Landesbauordnungen. Sie dürfen die Wasserqualität, den Sauerstoffhaushalt und die Temperatur nur in vertretbarem Maß beeinflussen und die Natur sowie deren Lebewesen nicht maßgeblich beeinträchtigen. Regelmäßige Wasserqualitäts- und Artenmonitorings werden unter anderem von der Behörde verpflichtend vorgeschrieben.
Wie erfolgt die Wartung?
Der Aufwand für die Wartung von Floating-PV-Anlagen ist grundsätzlich niedrig. Dennoch sind regelmäßige Inspektionen unerlässlich, um eine einwandfreie Funktion der Anlagen zu gewährleisten. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Überprüfung elektrischer Bauteile wie Kabel, Sicherungen und Wechselrichter. Mithilfe thermografischer Untersuchungen durch Drohneneinsatz lassen sich zudem frühzeitig überhitzte Bereiche oder mögliche Defekte erkennen.
Wie lange ist die Lebensdauer einer Floating-PV-Anlage?
Die Lebensdauer von Floating-PV-Anlagen liegt typischerweise bei 25 bis 30 Jahren, ähnlich wie bei landbasierten Photovoltaikanlagen. Die verwendeten Materialien sind besonders widerstandsfähig gegen Korrosion und Witterungseinflüsse.
Welche Auswirkungen haben Floating-PV-Anlagen auf das Wasser und die Umwelt?
Floating-PV-Anlagen werden so konzipiert, dass sie minimale Auswirkungen auf das Ökosystem haben. Durch den Schattenwurf kann sich die Algenbildung reduzieren, was die Wasserqualität verbessern kann. Zudem werden schadstofffreie Materialien verwendet.
Wie sicher sind Floating-PV-Anlagen bei Sturm und extremen Wetterlagen?
Floating-PV-Anlagen sind speziell für wechselnde Witterungsbedingungen ausgelegt. Die schwimmenden Plattformen sind stabil konstruiert und werden durch Anker gesichert, um bei Sturm oder starkem Wind nicht abgetrieben zu werden.
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Fohrafeld 11, A-3233 Kilb
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